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„Maschine des Jahres 2012“: Feldhäcksler Claas JAGUAR mit MAN V12 Motor ausgezeichnet

Die renommierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre auf der Fachmesse Agritechnica verliehen von Fachmagazinen aus ganz Europa unter der Schirmherrschaft des Deutschen Landwirtschaftsverlages. Ausgewählt werden die praxistauglichsten Landtechnik-Innovationen.

Für die Auszeichnung des Claas JAGUAR waren unter anderem die neuen V12 Motoren von MAN ausschlaggebend. Im Topmodell des Herstellers Claas arbeitet ein MAN D2862 V12 Dieselmotor mit 650 kW (884 PS) und 24,2 Liter Hubraum. Der Claas JAGUAR ist mit der Leistungssteuerung „Dynamic Power“ ausgestattet, welche die Motorleistung automatisch reduziert, wenn nicht die volle Leistung benötigt wird. Die Motorelektronik der MAN Common-Rail-Motoren ermöglicht die Implementierung einer solchen Regelung und stellt die Schnittstellen dafür bereit. Diese Claas Entwicklung passt in zehn Stufen die Motorleistung im Teillastbereich den Einsatzbedingungen an. Dies reduziert den Kraftstoffverbrauch und senkt die Kosten pro Tonne Erntegut deutlich. Der Dieselmotor läuft dabei stets im optimalen Drehzahlbereich bei 1.800 U/min. In Kombination mit dem Tempomaten sorgt diese Technik für Kraftstoffersparnis und Fahrerentlastung. Auch Wartungs- und Anwenderfreundlichkeit der Maschine waren maßgeblich für die Preisvergabe. Die langen Wartungsintervalle der MAN Dieselmotoren von bis zu 500 Betriebsstunden tragen zu hoher Wartungs-Effizienz bei. Das prämierte Fahrzeug präsentierte sich auf der Messe Agritechnica in schwarzer Sonderlackierung – Grund dafür ist ein zusätzliches Jubiläum: Der Feldhäcksler ist der 30.000ste gebaute JAGUAR.

Feldhäcksler ernten Pflanzen wie Mais, Gras oder Luzerne. Im Gegensatz zu einem Mähdrescher wird die gesamte geerntete Pflanze zerkleinert und genutzt. Nach den Einzugswalzen wird das Erntegut in einer Messertrommel gehäckselt. Anschließend knacken Walzen die Früchte, beispielsweise Maiskörner, auf. Das Erntegut wird anschließend mit hoher Geschwindigkeit über einen schwenkbaren Auswurfkrümmer ausgeworfen. So wird ein parallel oder hinterherfahrendes Transportfahrzeug mit dem Erntegut befüllt. Verwendet wird das Häckselgut als Silage zur Tierfütterung, außerdem sind mehr und mehr Feldhäcksler im Einsatz, um den Bedarf nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung zu ernten.

Leistungsstarke Erntemaschinen wie der Feldhäcksler JAGUAR 980 von Claas sind ein typisches Beispiel für den Einsatz von MAN Dieselmotoren im Offroad-Bereich. Diese Fahrzeuge sind hocheffiziente Erntemaschinen, die darauf ausgelegt sind, große Flächen mit geringem Energie-Einsatz und in möglichst wenigen Arbeitsgängen zu beernten. Die Maschinen ernten heute bis zu einer Arbeitsbreite von neun Metern und gehören zu den leistungsstärksten landwirtschaftlichen Maschinen. Bis zu 400 Tonnen Erntegut pro Stunde kann der stärkste JAGUAR Feldhäcksler verarbeiten, das entspricht der Ladekapazität von 16 Lkw-Sattelzügen. Der Trend geht zu stetig höheren Arbeitsbreiten und damit auch höheren Motorleistungen. Ausschlaggebend für den Einsatz von MAN Dieselmotoren im JAGUAR 980 und 970 ist ihr hoher Wirkungsgrad und die kompakte Leistung, so dass sich hohe Leistungsbedarfe mit einem einzelnen MAN V8- oder V12-Motor (570 kW / 775 PS oder 650 kW / 884 PS) abdecken lassen. Neben hoher Zuverlässigkeit und besonderer Wartungsfreundlichkeit der Motoren ist auch die Laufruhe ausschlaggebend: Für lange Erntetouren ist ein niedriger Geräuschpegel des Fahrzeugs notwendig. Die neuen MAN V12 Motoren zeichnen sich durch einen besonders vibrationsarmen Lauf aus. Auch auf der Straße fährt sich der JAGUAR damit komfortabel wie ein Pkw mit Automatik-Getriebe. Er erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei stark reduzierter Motordrehzahl. So minimiert er sowohl den Kraftstoffverbrauch als auch die Fahrgeräusche. Zwei mechanische Gänge sind elektrohydraulisch schaltbar.

Eine weitere Innovation im Claas JAGUAR macht deutlich, dass Landmaschinen heute hocheffiziente, online vernetzte Werkzeuge sind: der Feldhäcksler kann mit der Claas NIR Sensorik [NIR = Nahinfrarotspektroskopie] ausgestattet werden, die in Echtzeit das gehäckselte Erntegut analysiert. Erfasst werden die Gehalte an Trockenmasse, Stärke, Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Rohasche in Gras oder Maissilage. Diese Informationen dienen dem Fahrer sowohl zur Anpassung der Maschineneinstellung, wie auch zur Dokumentation aller Qualitätsdaten. Über Telematics können via Internet diese und weitere Parameter ausgelesen werden und ermöglichen einen sehr detaillierten Einblick in die Betriebsanalyse.