MAN Doppelmotorenanlage im Katamaran "Dalby Ouse"

MAN-Motoren für die Berufsschiffahrt

Dank der MAN D2862 LE456 Doppelmotorenanlage darf sich der Katamaran Dalby Ouse „kraftvollstes Wind Farm Supply Vessel“ nennen

Das Nürnberger Motorenkompetenzzentrum von MAN rüstete das neue Flaggschiff der Dalby Offshore Flotte aus. Mit zwei MAN D2862 LE 456 V12-Motoren greift der Katamaran auf insgesamt 3.300 PS (2.427 kW) zurück und kann auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 30 Knoten beschleunigen. Mit 26 Metern Länge ist das „Wind Farm Supply Vessel“, kurz WSV, nicht nur das größte der Flotte des Schiffsbetreibers Dalby Offshore aus Großbritannien, sondern auch das leistungsstärkste in seiner Klasse.

Der Katamaran Dalby Ouse auf dem Weg zu einer Offshore-Anlage. © Scott Elford Photography

Der D2862 LE 456 ist mit 1.650 PS (1.213 kW) der zweitstärkste V12-Motor für Arbeitsschiffe im Portfolio von MAN Engines. Seine Kraft schöpf der Bolide aus 24,24 L Hubraum. Das WSV beschleunigt durch die Doppelmotorenanlage auf 30 Knoten (55,6 km/h) und ist an Arbeitstagen bis zu zwölf Stunden im Einsatz. Für besonders lange Fahrten bietet die Dalby Ouse elf Schlafplätze, davon acht für Passagiere und drei für die Besatzungsmitglieder. Um trotz der Funktion als kraftvolles Arbeitsschiff entsprechenden Reisekomfort zu gewährleisten, wurde der laufruhige MAN-Motor gewählt, der selbst bei hoher Drehzahl geringe Lärm- und Vibrationslevel halten kann. Zusätzlich haben die Ingenieure die Aufbauten federnd gelagert, um den Komfort zu perfektionieren. Weitere wichtige Faktoren, die die WSV erfüllen müssen, sind entsprechende Reichwei¬te, besseres Verhalten bei starkem Seegang und die Fähig¬keit, das Schiff auch auf rauer See auf Position am Windrad zu halten, um Technikern einen gefahrlosen Übergang zu ermöglichen. Der speziell auf diese Anforderungen angepasste Katamaran kann außerdem 20 Tonnen Equipment und 24 Passagiere plus Crewmitglieder transportieren – ideal für Crewtransfers und Versorgungsfahrten zu Windparks.

Mit zwei MAN D2862 LE 456 V12-Motoren schlummern im Maschinenraum der Dalby Ouse insgesamt 3.300 PS (2.427 kW). © Dalby Offshore

Dalby Offshore entschied sich bereits zum fünften Mal für einen MAN-Motor. Die Boliden tragen dabei Tag für Tag eine große Verantwortung. Die WSV befördern nicht nur die Techniker, sondern dienen auch als Plattform, um das Servicepersonal sicher auf die Offshore-Anlagen zu bringen. Dabei ist es wichtig, den Katamaran gegen die Turbine zu drücken, um ihn so auch bei schlechten Bedingungen auf See möglichst ruhig zu halten. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass die technischen Eigenschaften der MAN-Zwölfzylinder genau für diese Aufgabe bestens geeignet sind: „Die MAN-Motoren verfügen über eine der besten Drehmomentkurven auf dem Markt. Durch ein maximales Drehmoment, das bereits bei 1.200 Umdrehungen pro Minute erreicht wird, und ein extrem breites Drehmomentplateau ist ein sehr flexibles Betriebsprofil möglich“, erklärt Andrew Mellard, General Manager von MAN Engines & Components in Großbritannien. „Diese Beschaffenheit ist für die WSV sehr wichtig, um die Techniker sicher an ihren Arbeitsplatz zu bringen.“ Neben den technischen Details sind für die Betreiber auch die laufenden Kosten und kompetente Ansprechpartner vor Ort extrem wichtig. Steve Bartram, Operations Manager bei Dalby Offshore, ist daher sehr froh, dass die Entscheidung bei der Motorisierung erneut auf die Nürnberger Motorenfabrik gefallen ist: „Die MAN-Motoren haben ihre Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit unter Beweis gestellt. Außerdem ist der Aftersales-Service in dieser Branche herausragend“, sagt der Operations Manager.

© Dalby Offshore

Neben dem MAN-Service ist auch der erstmals im Vereinigten Königreich eingesetzte D2862 LE456 einzigartig auf den Gewässern um die Insel. Das kraftvolle Modell ist dabei bestens geeignet für den Aluminiumkatamaran. Je nach Auftragslage kommt dieser voraussichtlich auf 2.500 bis 3.000 Stunden im Jahr. Die Einsatzzeit teilt sich dabei auf in Bau, Betrieb und Wartung der Offshore-Anlagen.

Übergabe auf der Seawork 2016

Seinen neuen Besitzer erreichte der Katamaran auf der internationalen Schifffahrtsmesse Seawork, die vom 14. bis 16. Juni 2016 in Southampton stattfand. Die Werft Alicat Workboats aus Great Yarmouth in Großbritannien überreichte mit der neuen Dalby Ouse bereits das achte WSV an den Schiffsbetreiber Dalby Offshore. Entworfen hat das neue Arbeitsschiff die Schwesterfirma South Boats IOW. Nachdem bisher schon einige etwas kleinere Modelle von Dalby Offshore mit dem 1030 kW (1.400 PS) Modell des D2862 ausgestattet wurden, entschied man sich nun für die kraftvollere Version mit 184 kW (250 PS) mehr Leistung und orderte somit das bisher leistungsstärkste WSV auf dem Markt. Andrew Mellard freue es vor allem, dass sich aus den letzten zehn Jahren starke Geschäftsbeziehungen mit Alicat Workboats und South Boats IOW entwickelt haben, auf die alle Beteiligten stolz seien. Resultierend daraus sind auch schon neue Aufträge für 2017 unter Dach und Fach.

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Technische Daten des D2862 LE456

Leistung 1.213 kW; 1.650 PS
Drehzahl 2.300 min-1
Bohrung 128 mm
Hub 157 mm
Zylinder (Anordnung) 12 (V)
Hubraum 24,24 l
Maximales Drehmoment 5.510 Nm
Bei Drehzahl 1.200-2.100 min-1
Einbaumaße (LxBxH) 2.139 x 1.153 x 1.272 mm
Gewicht (trocken) 2.380 kg
Das breite Drehmomentplateau ist für WSV extrem wichtig, um es gegen die Offshore-Anlage zu drücken und das Servicepersonal sicher passieren zu lassen.