Polizeiboot V20 fährt mit MAN-Motor

MAN-Motoren für die Berufsschiffahrt

Polizeiboot V20 mit MAN D2848 LE422 - Der Freund und Helfer auf See

V20 hat eine Höchstgeschwindigkeit von fast 25 Knoten.
V20 hat eine Höchstgeschwindigkeit von fast 25 Knoten.

Das österreichische Bundesministerium für Inneres beauftragte im Jahr 2011 die Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET), ein Einsatzboot für die Seepolizei Hard am Bodensee zu bauen.
Die speziellen Anforderungen des Polizeieinsatzes und die schwierigen Witterungsbedingungen des Binnengewässers, wie Stürme und Windstärken von bis zu zwölf Beauforts sowie über vier Meter hohe Wellen, stellen eine besondere Herausforderung für Boot und Antrieb dar. Bei der Suche nach einem geeigneten Motor für das Polizeiboot V20 überzeugte der D2848 LE422 von MAN.

Polizeiboote müssen auch in turbulenten Gewässern kursstabil manövrieren und gleichzeitig besonders wendig sein. Da ständige Einsatzbereitschaft verlangt ist, ist absolute Zuverlässigkeit oberstes Gebot. Holger Heidenreich, Projektmanager bei SET, erklärt: „Die Boote der Polizei leisten ca. 2.000 Betriebsstunden im Jahr. Darum ist es extrem wichtig für uns und vor allem für unsere Kunden, dass wir langlebige Motoren, wie die von MAN verbauen.“


Maschinenraum mit zwei MAN D2848 LE422
Maschinenraum mit zwei MAN D2848 LE422

Der Bodensee ist eines der schwierigsten in den heimischen Gewässern. Bestimmt von einer nordwestlichen bis westlichen Atlantikströmung, dient seine Oberfläche als „Angriffsfläche“, über die sich ein Sturm aufbauen kann. Im östliche Bereich erschweren zudem plötzlich auftretende (Föhn-) Stürme den Einsatz. Die problematischen Wetterverhältnisse machen den Patrouillendienst der Seepolizei Hard zu einer beschwerlichen Aufgabe.

Die Werft hat bei der Konstruktion des Patrouillenbootes diese besonderen Anforderungen berücksichtigt. Denn gerade bei brenzligen Wetterlagen muss das Boot einsatzbereit sein. Bei Starkwind- und Sturmwarnungen durchqueren geschulte Polizeibeamte das Überwachungsgebiet, um andere Schiffsführer auf die drohende Gefahr hinzuweisen bzw. diesen bei Seenot zu helfen. Die Zuverlässigkeit des Einsatzbootes ist dabei essentiell. Am 9. August 2012 ließ man die V20 zu Wasser. Seitdem ist sie ganzjährig und täglich im Einsatz.

Die SET hat sich unter anderem auf den Bau von Aluminiumbooten für die Polizei spezialisiert, weil das Metall sowohl geringes Gewicht und hohe Geschwindigkeiten als auch Stabilität garantiert. Seit mehr als 20 Jahren setzen sie in zahlreichen Booten Motoren von MAN ein, denn: Langlebigkeit und schneller Service sind unerlässlich.

Für den Polizeieinsatz ist stabiles und präzises Manövrieren sowohl bei Vollgas als auch in der Schleichfahrt von Bedeutung. Der MAN D2848 LE422 garantiert dank eines hohen Drehmoments bei niedriger Drehzahl ein sehr gutes Beschleunigungsverhalten. Bei einem Gewicht von 28.000 kg beschleunigt das Boot über zwei starre Wellen auf ca. 46 km/h (25 kn). So kann die Seepolizei jeden Einsatzort in ihrem 50km² großen Vorarlberger Überwachungsgebiet schnell erreichen.


Polizeiboot V20
Polizeiboot V20

Der zuverlässige MAN-Service war ebenfalls ausschlaggebend bei der Motorwahl. Im Falle einer Störung muss innerhalb von 48 Stunden ein Monteur vor Ort sein. Denn es können auch Menschenleben von der Einsatz der Polizeiboote abhängen.

„Wir verbauen sehr gerne Motoren von MAN, denn auf deren Service können wir uns verlassen. Auch wenn MAN ein großer Konzern ist – die Service-Wege sind immer sehr kurz und es wird unseren Kunden schnell geholfen“, so Holger Heidenreich von SET.

Aufgrund seiner kompakten Bauweise ist der D2848 LE422 auch besonders leicht zu warten. Ein weiteres Merkmal:
Durch die Common-Rail-Einspritzung ist er emissionsarm und erfüllt sowohl IMO Tier 2 als auch EPA Tier 2 Normen und entspricht auch den besonders schwierigen Abgasbestimmungen der Bodenseeschifffahrtsordnung BSO. Heidenreich bestätigt: „Mit MAN-Motoren sind wir und auch unsere Kunden zufrieden. Deswegen werden wir auch in Zukunft auf die weitere Zusammenarbeit setzen.“

Technische Daten
Schiffsname V20
Schiffstyp Halbgleiter
Auftraggeber Österr. Bundesministerium für Inneres
Werft Schiffsbau- und Entwicklungsgesellschaft
Tangermünde (SET), Außenstelle Genthin
Baunummer 185
Baujahr 2012
Kiellegung 19.10.2011
Einwasserung Bodensee 09.08.2012
 
Hauptabmessungen
Länge 20,88 m
Breite 5,51 m
Tiefgang 1,35 m
Verdrängung 28,2 t
Länge CWL 19,50 m
 
Leistung und Antrieb
Höchstgeschwindigkeit 24,8 kn
Hauptmotoren 2 x MAN D2848 LE422,
V8 je 551 kW (750 PS)
Getriebe ZF 500 Family hydr.
(mit Trollingfunktion für Schleichfahrt)
 
Ladung
Tank 2 x 1.000 l Diesel
Navigationsanlage Furuno Navnet 3D
Max. Personenzahl 25 Personen
Max. Personenzahl im Katastrophenfall 161 Personen
Mindestbesatzung 2 Personen
 
Ausrüstung
  Hydraulikkran (990 kg), Bergekorb, aufblasbarer Eisrettungsschlitten, Tauchpumpe, Beiboot Suzumar mit 15 PS AB Mercury, Multifunktionsdrucker, Telefon, Einsatz-Laptop (BAKS), Alkomat